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4 Fragen an Michael Grass, Geschäftsleitung BAK Economics AG

Michael Grass leitet das Marktfeld Wirkungsanalyse der BAK Economics AG. Seine Projekttätigkeit umfasst die Entwicklung quantitativer Modelle, die Durchführung von Studien im Umfeld der Schweizer Schlüsselbranchen sowie die Evaluations- und Beratungstätigkeit im Bereich der öffentlichen Finanzen. Er beantwortet vier Fragen zur Studie «Die Bedeutung von Pharmaunternehmen für die regionale Wirtschaft», in welcher BAK Economics die Wirkungskanäle am Beispiel von Biogen im Kanton Solothurn illustriert. Das unabhängige Wirtschaftsforschungsinstitut ist bekannt für seine wissenschaftlich fundierten empirischen Analysen.

Was macht das Beispiel von Solothurn in Luterbach so besonders?

Die Ansiedlung von Biogen ist ein einzigartiges Fallbeispiel für die Region Solothurn und vielleicht sogar für die gesamte Schweiz – sowohl was den Prozess als auch was den Umfang des biopharmazeutischen Projektes angeht. Zudem zeigt dieser Fall exemplarisch die zunehmende Bedeutung der biopharmazeutischen Industrie in der Schweiz. In diesem Sinne gingen wir davon aus, dass die Ansiedlung und die Umsetzung in den verschiedenen Phasen Vorzeigecharakter für effektive Standortentwicklung haben könnte und das Projekt für uns damit ein optimales Untersuchungsobjekt darstellt.

Welche Erkenntnisse fanden Sie bei diesem Fallbeispiel besonders bemerkenswert?

Zum einen die Dimension des Projekts, sowohl was das Volumen angeht als auch was die Qualität angeht – die Produktionsanlage setzt auch neue technologische Massstäbe. Zum anderen zeigt das Fallbeispiel, wie positiv sich ein einziges erfolgreiches Standort-Projekt auf eine gesamte Region auswirken kann: Neben den zusätzlichen direkten und indirekten Arbeitsplätzen und höherer Bruttowertschöpfung birgt insbesondere auch die Strahlkraft des Projekts für weitere Ansiedlungen grosses Potential für den Kanton Solothurn. Auch für ansässige Unternehmen hat das Projekt Leuchtturmcharakter. In Gesprächen äusserte sich ein Unternehmen zum Beispiel folgendermassen: «Wenn sich ein internationaler Biotech-Konzern für den Standort Luterbach entscheidet, dann ist das definitiv ein guter Standort.» Das Unternehmen hatte sich in der Standortevaluation befunden, diese Überlegungen aber aufgrund der Ansiedlung von Biogen beendet.

Gehen Sie also davon aus, dass noch weitere Biotech/Pharma Unternehmen dem Beispiel von Biogen folgen werden?

Ob es mittelfristig noch zu weiteren Ansiedlungen in dieser oder ähnlicher Grössenordnung kommen wird ist schwierig zu beurteilen. Fest steht jedoch, dass die Expansion des biotechnologischen oder pharmazeutischen «Clusters» diverse Firmen anziehen wird. Dies umfasst zusätzliche Dienstleister und Zulieferer aus der Branche und Branchen-Fremdlinge gleichermassen. All dies wirkt sich positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region aus.

Wie wurde die Studie finanziert?

Die Studie wurde vom Branchenverband Interpharma und Biogen in Auftrag gegeben und finanziert.